White-Box-Test, 2009-2010, Rigips-Platten, Fotografie, Galerie E 105, Bonn




Ausstellungsansicht


Honnover, 2010, 60 x 40 cm, digital Inkjet Print


Honnover, 2010, 50 x 25 cm, digital Inkjet Print


Der Begriff White-Box-Test (auch Glass-Box-Test) bezeichnet eine Methode des Software-Tests, bei der die Tests mit Kenntnissen über die innere Funktionsweise des zu testenden Systems entwickelt werden. Im Gegensatz zum Black-Box-Test ist für diesen Test also ein Blick in den Quellcode gestattet, d. h. es wird am Code geprüft.

Quelle: Wikipedia.de, 10.10.2010

Der Kabelverzweiger (KVz) ist ein etwa ein Meter hoher passiver Schaltschrank zur Kabelverteilung der Leitungen innerhalb eines Fernsprech-Ortsnetzes, der Hauptkabel mit Verzweigungskabeln verbindet. In Deutschland gibt es rund 300.000 KVz, die überwiegend am Straßenrand stehen.

Quelle: Wikipedia.de, 10.10.2010


Noch zu Zeiten des Fernmeldemonopols der Deutschen Post entwickelt, bilden die sogenannten Kabelverzweiger mit rund 300.000 Exemplaren bis heute einen wesentlichen Bestandteil unseres zeitgenössischen städtischen Mobiliars. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, auf welche Weise die flächendeckende Aufstellung von KVz unsere Wahrnehmung des öffentlichen Raumes strukturiert und für die Semantik der städtischen Architektur und Infrastruktur von Bedeutung ist. Denn während vergleichbare Objekte im urbanen Raum, wie Grabsteine, Denkmale oder Münzfernsprecher, noch mit bestimmten Rezeptionsvorgaben und Handlungsanweisungen verknüpft sind, bleibt der KVz in dieser Hinsicht eine Leerstelle. Als erratisches Objekt, dessen äußere Form allein durch die kommunikationstechnologischen Vorgaben der Signalverstärkung und Signalverbreitung determiniert ist, entzieht sich der KVz zunächst dem an klassischen ästhetischen Kriterien geschulten Blick. Der Werkkomplex White-Box-Test stellt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Arten und Konglomeraten städtischen Mobiliars dar. In den Räumen der Galerie E 105 in Bonn wurden dazu Nachbauten von KVz, EC-Automaten und weiteren Objekten des urbanen Raums aus Rigips-Platten aufgestellt, um diese durch das Stilmittel der Reduktion und Isolation in Hinblick auf ihre skulpturalen Werte zu untersuchen. Zudem wurden in die KVz Negativräume (ab Orte) in den Proportionen einer nummerischen und alphabetischen Tastatur sowie eines iPads eingesetzt. Begleitet wird die Installation durch eine Fotoserie, die die Objekte in ihrem originalen städtischen Zusammenhang zeigt und ihre räumlichen Bezüge untereinander offenlegt.

Text von Augustin Mey


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